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Pionier des elektrischen Bahnbetriebs

Foto: K. Seitz, Schorndorf (c)
Trossingen 1965:
E-Lok "Lina" (Baujahr 1902)
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"Klein, aber oho", so wird die Trossinger Eisenbahn beschrieben. "Klein", weil sie mit ihrer Streckenlänge von gerade einmal vier Kilometern bereits bei ihrer Eröffnung zu einer der kleinsten Eisenbahnen Europas zählte. "Oho", weil auf der Trossinger Eisenbahn der älteste betriebsbereite Elektro-Zug der Welt zu Hause ist.

Die Trossinger Eisenbahn wurde schon am 14. Dezember 1898 in Betrieb genommen, weil die aufstrebende Gemeinde Trossingen mit ihrer florierenden Mundharmonika-Industrie einen Anschluss an die vier Kilometer entfernte, im Neckartal verlaufende Staatsbahn herstellen wollte.

Wegen der großen Steigung, die überwunden werden musste, entschloss man sich von Anfang an, die Bahn elektrisch mit 600 V Gleichspannung zu betreiben.

Damit ist die Trossinger Eisenbahn ein Pionier des elektrischen Bahnbetriebs. Zusammen mit der Eisenbahn kam das damalige Pfarrdorf Trossingen in den Genuss der elektrischen Energieversorgung, die bis heute zuverlässig durch die Stadtwerke Trossingen erfolgt.

Die heute von den Stadtwerken betriebene Trossinger Eisenbahn ist weltweit eine der ganz wenigen kleinen Eisenbahnen, die den Sprung ins 21. Jahrhundert geschafft hat. Erst 2003, nach über 105 Betriebsjahren, konnten die Elektrotriebwagen in den Ruhestand gehen.

Seit Oktober 2003 fährt auf den Trossinger Gleisen die Hohenzollerische Landesbahn (HzL). Mit ihren modernen Dieseltriebwagen des Typs Regio-Shuttle verbindet die HzL im Auftrag der drei beteiligten Landkreise Schwarzwald-Baar, Rottweil und Tuttlingen nun mit dem Ringzug genannten Verkehrssystem Land und Leute.

Die Bahnanlagen sowie die historischen elektrischen Schienenfahrzeuge sind nach wie vor Eigentum der Stadtwerke Trossingen GmbH. Für den Ringzugbetrieb werden die Gleise, Signalanlagen sowie der Ringzugbahnsteig in Trossingen Stadt der HzL zur Verfügung gestellt. Diese bezahlt dafür eine "Streckenbenutzungsgebühr" mit der die Stadtwerke Trossingen die laufenden Unterhaltskosten finanziert.

 

Foto: FTE/F. v. Meißner (c)
Trossingen 2004:
HzL-Ringzug und T3
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Literatur zur Trossinger Eisenbahn

Kelberg, Waldemar: Die Trossinger Eisenbahn, Trossingen,
1998; ISBN 3-924191-97-2; erhältlich bei uns im Museums-Verkauf oder im Buchhandel.

von Meißner, Frank / Kochems, Michael: Regionalbahnen im Südwesten, Düsseldorf,
2004; ISBN 3-87094-240-1; erhältlich im Buchhandel.

Zweckverband Ringzug Schwarzwald-Baar-Heuberg:
Der 3er Ringzug; Eine Investition für die Zukunft; 122 Seiten
2006; Erhältlich beim Zweckverband Ringzug, Donaueschingen.