Schneepflug X7

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Nachdem der Triebwagen T1 im Jahr 1990 zum Museumsfahrzeug zurückgebaut wurde, konnte er nicht mehr in seiner Funktion als Diensttriebwagen verwendet werden. Für den Winterdienst wurde deshalb in den 1990er-Jahren zusammen mit einer Aldinger Schlosserei ein Eigenbau-Schneepflug in Trossingen erstellt.

Als Basis diente dabei offenbar ein Drehgestell des Herstellers Linke-Hoffmann-Busch, wie es als Ersatz für verschlissene Pressblech-Drehgestelle von Kesselwagen für die VTG hergestellt wurde. Das Baujahr ist mit 1959 angegeben. Wie dieses Drehgestell nach Trossingen kam, ist derzeit noch nicht geklärt.

Glück im Unglück hatte die Trossinger Bahn, als der Schneepflug in den 90er-Jahren Teil eines misslungenen „Streichs“ wurde. Dabei wurde er am Stadtbahnhof angeschoben. Da die Täter nie ermittelt werden konnten, ist nicht bekannt, ob die fehlende Bremse bereits vor dem Anschieben, oder erst als es zu spät war erkannt wurde. Der Schneepflug beschleunigte in der Steigung ins Steppachtal stark und schoss mit ca. 60-80 km/h über den Prellbock am Ende des Ausziehgleises am Staatsbahnhof. Zuvor hatte er mit ähnlichen Geschwindigkeiten die vier Bahnübergänge passiert, deren Sicherungsanlagen – so vorhanden – ausgeschaltet waren.

Der Schneepflug war über viele Jahre hinweg, vermutlich von 2003 bis 2020, am Ende von Gleis 4 abgestellt.

Anfang 2020 wurde durch den Freundeskreis, zusammen mit dem Eisenbahnbetriebsleiter, eine Lauffähigkeitsprüfung durchgeführt und in der Werkstatt wurden alle nötigen Teile neu gefettet und geschmiert. Im Rahmen der Arbeiten hat das Fahrzeug erstmals auch eine Nummer zugeteilt bekommen: Er heißt jetzt, dem Nummernschema der Triebwagen T1-T6 folgend, X7.

Eine Wiederinbetriebnahme des Fahrzeugs in den nächsten Jahren ist denkbar.